Aufbau Passivhaus




Passivhaus - Bauen mit wärmeisolierten Fenster und Wandaufbau mit Dämmung
Info zum Bau eines Passiv Haus als Einfamilienhaus, Eigenheim oder Mehrfamilienhaus mit Wandaufbau

Das Passivhaus als Einfamilienhaus, Eigenheim oder Mehrfamilienhaus könnte man rein theoretisch auch in seiner Gesamtheit als Aktivhaus bezeichnen, wenn sich Baufachleute nicht schon auf den Passiv - Hausbegriff geeinigt hätten, denn der Aufbau und die Funktion des Passivhauses ist auf der einen Seite keine Wärme als Energieverlust aus dem Haus rauszulassen und auf der anderen Seite aktiv durch bauliche und technische Maßnahmen Energie von außen aufzunehmen und dem Hausinneren zuzuführen, wobei der Energiebedarf vom Haus sehr gering ist. Die fachliche Definition besagt aber, dass kein Aktiv - Heizsystem notwendig ist, daher auch ein Passiv Haus. Gegenüber dem Niedrigenergiehaus verbraucht das Passivhaus mehr als die Hälfte weniger Energie, vor allem Heizenergie. Daher lehnt sich die energetische Beschreibung eines solchen Hauses am Heizenergieverbrauch an, man nennt es auch das 1,5-Liter - Haus. Mit den 1,5 Litern ist der Heizöl - Verbrauch pro Quadratmeter im Jahr gemeint. Man kann diese Angabe auch in Kilowattstunden angeben, dann wären das 15 kWh/m2a. Als Vergleich: normale neugebaute Wohnhäuser nach 1995 haben einen 4- bis 5-fach höheren Heizenergieverbrauch.
Der größte Energieverbrauch im Haushalt wird nicht durch elektrische Geräte verursacht, wie viele Menschen immer noch irrtümlich bei diversen Umfragen vermuten, sondern die Heizungsanlage verursacht die meisten Energiekosten im Haus bzw. in der Wohnung. Grund ist die bauliche Hülle eines Hauses, welche direkt mit der Außenluft in Kontakt kommt. Ein altes Haus z.B. aus den fünfziger oder sechziger Jahren hat ein enormes Wärmeverlustpotential, wenn es nicht saniert wurde. Am deutlichsten kann man dies mit Wärmebildkameras, der so genannten Thermografie überprüfen. Bei der Thermografie erkennt man im Kamerabild anhand von farblichen Unterschieden, an welchen Stellen Wärmeverluste auftreten. Oft sind es ungedämmte dünne Außenwände und alte undichte Fenster, die geradezu einen Wärmestrom nach außen verursachen. Diese Wärmeverluste müssen in den Wohnräumen dann durch die Heizkörper wieder ausgeglichen werden. Damit dies nicht mehr passiert, werden die Passivhäuser beim Bauen mit einer fast luftdichten Bau - Hülle umgeben. Das schwächste Bauteil mit dem größten Wärmedurchgang ist dabei das Fenster, wenn man den Wärmeverlust zwischen einem Quadratmeter Außenwand und einem Quadratmeter Fenster - Fläche vergleicht. Daher müssen die Fenster im Passivhaus absolut dicht sein und sollten aus einer wärmeisolierenden 3-Scheiben - Verglasung bestehen. Zwischen den Scheiben wird zur zusätzlichen Isolierung in den Zwischenraum ein Edelgas eingefüllt. Der Fenster - Rahmen kann dabei aus Holz oder Hohlprofilen sein, die mit hochwärmedämmenden Materialien ausgefüllt sind. Der Wärmedurchgangskoeffizient sollte unter 0,8 w/m2K liegen, was immer noch um das 5-fache über den Werten der Passivhaus - Außenwände liegt. Diese Fenster sorgen aber auch über ihre speziellen Fenster - Scheiben für einen Wärmegewinn in den Räumen, wenn die Sonne bei niedrigen Außemtemperaturen draufscheint.





Bild: Schema vom Dach - und Außenwand - Aufbau eines Passivhauses.       Rechtes Bild: Hausaufbau mit Solarzellen zur Energieversorgung.


Neben dem Fenster ist beim Bau der Aufbau der anderen Außenbauteile wie Wandaufbau sehr wichtig. Hier müssen beim Bauen alle Fugen an Außenwänden und alle Ritzen an Dach - Konstruktionen absolut luftdicht ausgeführt werden, damit der Anteil des Wärmeverlustes über die Fugenlüftung gegen Null geht. Es wird ein Maximalwert für den natürlichen Luftaustausch über Fugen, Ritzen etc. von 0,6 pro Stunde angegeben, also nicht mehr als 60% der Luft im Passivhaus sollte sich auf natürliche Weise pro Stunde über Undichtheiten des Wandaufbau austauschen. Deshalb wird für eine komfortable Raumlüftung eine spezielle Lüftungsanlage zur kontrollierten Wohnungslüftung eingesetzt, um für Frischluft zu sorgen. Des Weiteren sind die Außenbauteile und Bauteile im inneren, die an unbeheizten Flächen wie Keller oder Keller - Fußböden im Passivhaus anliegen, beim Bauen so zu dämmen, das der Wert des Wärmedurchgangskoeffizienten 0,15 W/m2K für diese Bauteile nicht übersteigt. Das bedeutet für alle Beteiligten am Bau eines Passivhauses äußerst penibel und qualitativ hochwertig zu bauen. Eine ständige oder regelmäßige Kontrolle durch einen Baufachmann als Bauleiter sollte beim Bauen dabei unbedingt sichergestellt werden, da sich sehr schnell durch unsachgemäßen Einbau beispielsweise der Dämmung beim Wandaufbau der Außenwände Wärmebrücken bzw. Kältebrücken bilden, die die kalte Außenluft über die Wand nach innen gelangen lassen, was zu Feuchtigkeit auf der Wandoberfläche führen kann und Schimmel nach sich zieht. Die Feuchtigkeit entsteht, wenn die warme Raumluft auf die kalte Innenfläche der Außenwand an der Stelle der Wärmebrücke bzw. Kältebrücke auftrifft und dabei Feuchtigkeit, das Kondensat, abgibt. Die Dämmung gegen Wärmeverluste muss beim Bau vom Wandaufbau auf Stoß ohne Lücken dicht angebaut werden.

 
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