Planung und Bauen der Haustechnik wie Lüftung, Heizung, Solar, Wärmepumpe und Sanitär im Passivhaus für Sommer und Winter Lüftungsanlage mit Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung im Haus
Das Passive am Passivhaus ist laut der Definition der Experten, dass eigentlich keine aktive herkömmliche Heizungsanlage mehr notwendig ist. Das bedeutet für den Wärmeverbrauch dieses Haustyps, dass er bei 1,5 Liter Heizöl bzw. bei 15 kWh/m2a liegt und damit mit sehr viel geringerer Wärmeerzeugung als ein schon 15 bis 20 Jahre altes Haus auskommt. Insgesamt soll der gesamte Energieverbrauch eines Passivhauses mit der Haustechnik wie Warmwassererwärmung, Strom, Lüftungsanlage und Restwärmeerzeugung für die Heizungsanlage den Wert von 120 kWh/m2a nicht überschreiten, im Sommer wie im Winter. Das sind die wichtigsten Eckwerte für Energie des Passivhauses.
Mit diesen Werten muss die Haustechnik wie Heizung, Erzeugung von Warmwasser und die Lüftung über die Lüftungsanlage im Sommer und im Winter funktionieren.
Auf dieser Internetseite soll einmal die Haustechnik für ein Einfamilienhaus als Passivhaus betrachtet werden. Für eine Heizung gibt es die Möglichkeit, in Kombination mit thermischen Solar - Zellen und alternativen Heizwärmeerzeugern für eine umweltverträgliche Wohligkeit und Behaglichkeit des Menschen in allen Räumen im Passivhaus in der kalten Jahreszeit zu sorgen. Zur Warmwassererwärmung könnte man einen kombinierten Puffer- und Warmwasserspeicher verwenden, der an den thermischen Solar - Kollektoren, welche auf dem Dach in südlicher Richtung montiert sind, angeschlossen ist und durch Sonnenenergie aufgeheizt wird. Pufferspeicher deshalb, da er nicht nur zur Warmwassererwärmung dient, sondern gleichzeitig bei starkem Sonnenschein zu viel erzeugte Wärme puffert, also im Speicher behält. Diese Wärme kann später bei schlechtem sonnenarmen Wetter aus dem Pufferspeicher wieder entnommen werden, auch für die Heizung. Beim Einfamilienhaus ist für den Winter die Auswahl der Heizwärmerzeugung mit einem kostengünstigen Energieverbrauch recht schwierig, da die Kessel für die Heizung in der Regel zu viel Heizleistung haben. Pauschal kann man daher kein Heizsystem von vornherein empfehlen. Es ist immer vor der Planung und dem Bauen für jeden Einzelfall eine Kosten - Nutzen - Energiebilanz durch einen Fachmann zu erstellen. Nimmt man den kleinsten Heizkessel, den es auf dem Haustechnik - Markt gibt, hat dieser Kessel bzw. diese Therme mit ungefähr 8 bis 10 kW eine immer noch zu hohe Leistung für ein passives Haus, da nur 4 bis 5 kW im Einfamilienhaus mit passiver Bauweise gebraucht werden. Auf der anderen Seite könnte man in deutschen Breitengraden im Winter den Warmwasserspeicher mit so einem zusätzlichen Heizkessel aufheizen, da ja kaum Sonnenwärme vorhanden ist. Kleinstkessel für Passivhäuser sind am Haustechnik - Markt noch nicht der Standard. Als Alternative kann man aber die ohnehin notwendige Lüftungsanlage mit mechanischer Lüftung für die kontrollierte Wohnungslüftung auch zur Beheizung der Räume nutzen, indem in den Zuluft - Kanal ein elektrisches Heizregister eingebaut wird. Über dieses Heizregister der Lüftungsanlage wird die Zuluft nachgeheizt, nachdem eine erste Aufheizung über die Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung aus der warmen Abluft der Wohnräume erfolgte. Für die Wärmerückgewinnung sollte im Passivhaus ein Wärmetauscher in der Lüftungsanlage der mechanischen Lüftung eingebaut sein, der mehr als 75 Prozent der Abluftwärme an die Zuluft abgibt. Die Wohnungslüftung als Teil der Haustechnik ist ein wichtiger Bestandteil des Passivhaus, da die meisten Fenster auf Grund der zu vermeidenden Fensterritzen keine Fensterflügel haben und darum nicht zu öffnen gehen. Daher der sowieso notwendige Luftaustausch über die Anlage der Lüftung zur Frischluftversorgung und wegen der luftdichten Bauweise auch zur Schimmel - Vermeidung durch Abtransport der feuchten Atemluft der Menschen über den Abluft - Kanal der Lüftung im Haus. In Kombination mit einer Photovoltaik - Anlage auf dem Dach vom Haus oder an den südlichen Fassaden könnte man sich den Strom für das elektrische Heizregister der Lüftungsanlage und der restlichen Haustechnik zum größeren Teil selbst erzeugen und ist vom Strompreis der örtlichen Versorger unabhängig. Zuviel erzeugter Strom kann dann auch in das öffentliche Stromnetz geleitet werden, wofür man eine Einspeisevergütung vom Netzbetreiber erhält.
Bild 1: Schema einer thermischen Solar - Anlage mit Warmwassererwärmung und unterstützender Gas - Brennwert- Heizung als Spitzenlastabdeckung für die Heizung und Warmwasserbereitung im Haus bei sehr kalten Außentemperaturen und fehlender Sonnenwärme.
Bild 2: Vereinfachtes Schema einer kombinierten Zuluft - und Abluft - Lüftungsanlage zur zentralen Lüftung mit Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung aus der Abluft für ein Passivhaus.
Zur Erzeugung von Wärme für die Lüftungsanlage, zusätzlich zum Wärmetauscher für die Wärmerückgewinnung, oder für eventuell vorhandene zusätzliche Heizflächen wie Wandheizkörper oder Fußbodenheizung kann zu den schon oben genannten Solar - Möglichkeiten auch eine Wärmepumpe zur Erdwärme - Nutzung, ein Mini - Blockheizkraftwerk oder eine Holzheizung zum Einsatz kommen. Die Auswahl der Art der Wärmeerzeugung muss vor der Planung und dem Bauen über eine Kosten - Nutzen - Rechnung herausgefunden werden, da viele Faktoren, wie beispielsweise die Investitionskosten bei einer Wärmepumpe, einen Einfluss haben. Einige Hersteller haben auch schon spezielle Wärme - Systeme für Passivhäuser entwickelt, am besten bei Heizungsfachfirmen in der Nähe nachfragen, was die neuesten und vor allem effektivsten Anlagen am Markt sind.
Das Passivhausprinzip ist die energieverlustarme Funktion aller Komponenten im Haus, egal ob Bauteile wie Wände und Fenster oder die Bauteile von Heizung, Lüftung oder Sanitär. Alle Versorgungsleitungen im Passivhaus, welche erwärmte Medien wie Luft oder Wasser führen, müssen eine stark wärmeisolierte Dämmung haben, um kaum Wärmeverluste zuzulassen. Dazu gehören unter anderem die Warmwasserleitungen, die Zuluft - und Abluft - Kanäle der Lüftung oder eventuell zusätzlich vorhandene Rohre der Heizung für Heizkörper bzw. für die Fußbodenheizung.
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